Die ersten Tage in Krasnodar

Wir waren also endlich angekommen. Nun mussten wir uns "nur" noch einleben. Die große Sightseeing-Tour blieb dabei aber vorerst aus, weil wir zunächst die ganze russische Bürokratie hinter und bringen mussten. Registrieren, Fotos machen lassen, Visum verlängern etc. etc. Hinzu kam die Müdigkeit von der Anreise und die kulturelle Umstellung. Also gingen sich nur kleine Spaziergänge und das Erkunden der Uni aus. Dabei zeigte sich Krasnodar (und besonders das Wetter hier) aber von seiner besten Seite. Анна, Яра und andere Studenten standen und tatkräftig zur Seite, halfen uns dabei, unseren ersten russischen Handyvertrag abzuschließen und das Nötigste (Block, Hefte etc.) einzukaufen. Als Dankeschön schenkten wir den Beiden jeweils Mozartkugeln, was sie wohl gefreut haben muss, denn am nächsten Tag standen sie mit zwei nett eingepackten Willkommensgeschenke vor uns.
*uuuuuh Geschenke*

Zwei Sparbüchsen-Matrjoschkas *.*

Triumphbogen

Eingezäuntes Unigelände - Rauchen ist im Gelände nicht erlaubt.


Alter Teil der Uni. Dafür aber künstlerisch verziert.


Der renovierte Teil der Uni.


Spaziergeh-Insel. Links und rechts davon die Krasnaja-Ultisa
(Hauptstraße mit richtig viel Verkehr)


Aber natürlich war in der ersten Zeit nicht alles ganz so einfach. Die Kulturbarriere war besonders in den ersten Tagen deutlich zu spüren. Es sah halt doch alles etwas anders aus als bei uns zuhause. So gibt es hier in den Unis nur sogenannte Stehklos (und das sogar im neu renovierten Teil der Uni)- was erstmal für uns beide sehr gewöhnungsbedürftig war. Außerdem wurden wir anfangs vom ständigen russisch reden und hören noch unheimlich schnell müde und brauchten weit mehr Schlaf als sonst (wir werden immer noch schnell müde - aber nicht mehr ganz so schnell :D) Einige Häuser waren halt doch noch im Sowjet-Stil gehalten, Spielplätze mit Eisengestellen und verrostete Eisenzäune. Auch verfallene Häuser sieht man hier immer wieder mal - aber das ist zum Glück dann doch die Ausnahme. Man merkt halt einfach, dass es hier und da einfach an Geld mangelt. Das Witzige dabei ist, dass wir uns mittlerweile an das aber schon so gewöhnt haben, dass wir uns hier richtig wohl fühlen. Denn auch wenn rein optisch (jedenfalls für europäische Augen) nicht alles perfekt zu sein scheint, so findet man auch hier überall versteckte Schönheit.

Stiegenaufgang zum AirBnB
                                            (Wo wir die ersten zwei Wochen verbrachten).

Maria chillt aufm Fensterbrett.


Spielplatz vorm AirBnB.

Unsere Straßenbahnhaltestelle in den ersten 2 Wochen.


Altes Haus. Man beachte die Klimaanlagen, die hier überall draußen an den Wänden hängen und die vielen Stromkabel.


Fleischgeschäft. Maria und ich haben uns gefragt, ob man bei uns jemals so ein Aushängeschild sehen würde.

Eine wunderschön bemalene Straßenbahn :D.


Gleich in den ersten Tagen zeigten uns die Mädels das Уни - ein Pizzarestaurant mit richtig guter Pizza. Essen gehen ist hier richtig billig. Für eine relativ große Pizza (siehe Bild) zahlt man hier nur 2,50€!! 





Neben dem Prozess des Einlebens begann aber auch gleich schon die Uni. Wobei hier die erste Woche als Orientierungswoche galt. Die Orientierungswoche wurde aber zu mehreren Orientierungswochen - wir mussten unseren Stundenplan sogar diese Woche noch anpassen :D. Im Vergleich zu österreichischen Unis ist hier alles sehr klein gehalten. Kleine Räume, kleine Gruppen. Das macht es aber viel leichter mit Russen ins Gespräch zu kommen und sich gegenseitig kennenzulernen. Die Professoren hier stehen sehr aufs altbewährte Auswendiglernen. Hier gibt's noch so richtige Wettbewerbe mit Gedichteaufsagen etc. Und was das Vokabellernen betrifft, so müssen wir hier auch regelmäßig Listen von Vokabeln alphabetisch ordnen und dann so auswendig lernen, dass wir nacheinander alphabetisch die neu gelernten Wörter aufsagen können. Außerdem legen die Profs hier viel mehr Wert auf Referieren. So ziemlich für jede Unterrichtsstunde müssen wir Texte vorbereiten und darüber erzählen. Eigentlich ist das Unisystem hier also ziemlich vergleichbar mit dem Schulsystem in Österreich. Hier gibt's noch richtig viele Hausaufgaben aus und wenn jemand was nicht macht, werden die Studenten geschimpft wie kleine Kinder (laut Aussage einiger Mitstudenten :D). Da wir aber immer alles brav machen (uuuh wir Streber) hatten wir nie Probleme und sind mit dem Russischunterricht hier sehr zufrieden! :)

Im Unieingang hängt diese riesige Karte. Sie zeigt, woher die Studenten der KubGu so kommen. Wie man sieht also aus ganz Russland. Яра selbst ist auch aus einer Republik (Komi), die schon an Sibirien grenzt - ziiiemlich cool wenn ihr uns fragt. In der Republik wird die eigene Sprache (Коми) nur noch selten gesprochen, gilt aber dennoch als Amtssprache neben Russisch. 





Da wir ja vorhaben, viel zu reisen, wäre vielleicht Komi auch ein interessantes Reiseziel. Denn in Komi befindet sich das größte zusammenhängende Urwaldgebiet Europas und ist UNESCO Weltnaturerbe (danke Wikipedia für die Info! :) )




Comments

  1. Cool, weiter so! Die Details eures Berichtes sind eben sehr intessant

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